Plädoyer für ein Leben in Freiheit

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“Ich bin nicht gut genug.”, “Ich bin noch nicht so weit.” “Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt.”, “Ich brauche mehr Sicherheit.”, “Für so was bin ich leider zu alt.”

Woher kommt es, dass wir meistens nur träumen statt zu leben? Ist es das, was wir unterschwellig beigebracht bekommen, was sich unausweichlich in unseren Köpfen festsetzt? Dass wir nicht genügen? Dass wir nicht stark genug sind, um abseits vom Weg zu gehen? Dass es immer Perfektion und Vollkommenheit braucht, um etwas zu wagen?

Seit wir bei Stern TV waren, haben wir sehr viele Rückmeldungen zu unserem Familienleben erhalten. Menschen ganz unterschiedlichen Alters haben uns direkt angeschrieben und sich dafür bedankt, dass sie durch uns inspiriert wurden und manche, dass sie wenigstens durch uns von einem besseren Leben träumen können. Das ist so schön und so traurig!

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Wir sind gerade auf Sardinien. Vor ein paar Tagen hatten Oli und ich einen Rappel und haben alles, was wir seit drei Monaten nicht mehr in der Hand hatten, in einer Kiste zum Verschenken hier auf dem Campingplatz abgestellt. Dabei hatte ich kurz die Gelegenheit, mich mit einer Mutter von drei Kindern zu unterhalten, die sich sehr für unseren Lebensstil interessierte. Nachdem sie erfuhr, dass ich dreißig bin, war sie sehr ernüchtert und sagte, dass ich im Gegensatz zu ihr mit 45 Jahren schon noch sehr jung sei und dass man irgendwann zwischen dreißig und vierzig die Fähigkeit für solche Veränderungen verliert.

Die Gründe, die gegen Veränderung sprechen sind also vielschichtig. So vielschichtig wie die Muster, in denen wir aufwachsen. Und allen voran steht die drohende, große Unbekannte der verlorenen Anerkennung durch Familie und Freunde. Denn wir alle wünschen uns Wertschätzung und wir alle wollen geliebt werden. Dass Liebe dabei auch schnell mit Abhängigkeit verwechselt wird, haben wir selbst erfahren.

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Eineinhalb Jahre ist es jetzt her, dass wir unser Leben einmal auf den Kopf gestellt haben, dass wir unsere größte Krise als Familie für unsere persönliche Transformation nutzen konnten. Was hat uns dabei geholfen? Was war der entscheidende Punkt, der uns endlich zum Handeln gebracht hat?

Für Oli und mich war es die Verzweiflung. Der Leidensdruck war mit hohen Schulden, keiner Zeit für die Kinder und einer Endlosschleife aus Erwartungen erfüllen (im Haushalt, als Eltern, im Job) endgültig zu groß. Es gab zwei Möglichkeiten: zusammenbrechen oder den Sprung ins kalte Wasser wagen. Ich bin unendlich dankbar, dass wir uns trotz aller Unmöglichkeiten für das Wasser entschieden haben!

Denn unmöglich war es von Anfang an. Wir hatten keine Erfahrung im Online-Bereich, mit zwei kleinen Kindern eigentlich sowieso keine Zeit, wollten nie jemanden enttäuschen und hatten nicht nur kein Geld, sondern mussten auch noch Geld leihen, um uns das Coaching für unsere ersten wackeligen Schritte leisten zu können.

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Aber wir haben es geschafft und mit dem Rückblick auf die schlimme Anfangszeit fällt uns vor allem eins auf: es ist die Konditionierung, die uns am Platz gehalten hat.

Wir hätten es uns nie so schwer gemacht, wenn wir nicht so sehr darauf gepolt gewesen wären, in die Norm zu passen. Womöglich hätten wir uns nie ein Haus gekauft, zumindest nicht mit einer Finanzierung von 150 000 Euro. Oli hätte nicht 270 Stunden im Monat in einem dunklen Büro gearbeitet, während seine kleine Familie alleine zu Hause ist.

Ich hätte mich im Alltag mit Kindern weniger damit gestresst, dass es möglichst ordentlich aussieht, hätte mir vielleicht auch Hilfe geholt und nicht ständig versucht nach außen eine alles könnende und dabei rundum glückliche Mutter zu sein.

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Was wäre, wenn wir uns frei machen vom Erwartungsdruck “anderer Leute”, auch wenn die “Anderen” nahe stehende Menschen sind? Wie oft lassen wir uns unterschwellig beeinflussen, übernehmen Ängste, die nicht die unseren sind oder lassen uns subtil verunsichern?

Orientieren wir uns an denen, die ein Vorhaben wie unseres schon umgesetzt haben oder hören wir auf den Rat derer, die noch keinen Schritt in diese Richtung gemacht haben?

Wir haben uns frei gemacht. Frei von gesellschaftlichen Idealen und offiziell anerkannten Strategien und Pflichten um Kinder groß zu ziehen. Wir beurteilen selbst, ob es uns gut geht, ohne unser Lebensgefühl unbewusst von Statussymbolen abhängig zu machen. Dabei herausgekommen ist ein Gefühl von Freiheit, das überwältigend ist!

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Denn auch wenn wir oft kämpfen, scheitern oder zweifeln – wir haben immer die Wahl, uns wieder zu verändern und unser Leben neu auszurichten. Wir sind nicht mehr finanziell oder emotional abhängig und frei in unseren Entscheidungen. Wir haben den Luxus, uns selbst um die Bedürfnisse unserer Kinder zu kümmern (mit allen Abgründen, die sich dabei auftun) und können uns von ihren Wünschen leiten lassen.

Momentan sind wir auf Weltreise, weil es uns allen gefällt. Wir sind gerne mit dem Wohnmobil unterwegs und die fünf Monate in den Tropen waren nicht nur durch Katharinas Geburt ein Meilenstein in unserem Leben. Und wenn es mal nicht mehr so ist, können wir auch das annehmen und im Vertrauen einen neuen Abschnitt beginnen.

Was wirklich zählt, lässt sich nicht mehr in Äußerlichkeiten messen. Wir entscheiden täglich neu, was uns gut tut und wie es weitergeht. Auch weiterhin ist alles möglich – oder eben nichts. Und das ist eine unserer wichtigsten Erkenntnisse: wenn wir nichts tun, wird auch nichts passieren. Der schönste Traum bleibt ein Traum, wenn er nicht gelebt wird.

Wir haben noch viele Träume und der Größte erfüllt sich in jeder Minute, jeder Sekunde und genau jetzt: wir sind zusammen und können das tun, was wir früher nicht konnten – einfach LEBEN!

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17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ein sehr schöner Artikel, sehr inspirierend und berührend. Ich folge eurem Blog schon eine Weile und finde es unheimlich schön, wie Ihr lebt. Für mich wäre das auch etwas, mein Mann sieht das (leider) ein wenig anders. Aber ich gebe meinen Traum nicht auf. Macht einfach weiter so, ich finde Ihr macht es genau richtig!! :-)

    • Lara

      Liebe Lydia! Vielen Dank für Deine Nachricht! Ja, wenn der Partner andere Vorstellungen hat, ist es nicht einfach. Das war bei uns am Anfang ähnlich. Aber das Potential für Veränderung ist immer da! Alles Gute Euch, liebe Grüße

      • Danke liebe Lara für Deine Antwort. Mich würde echt brennend interessieren, wie Ihr dann doch auf den gleichen Nenner gekommen seid ;-)

        • Lara

          Das hat mit einem Buch angefangen (Anständig essen – Karen Duve). Oli hat es sich als Hörbuch angehört und am gleichen Tag seine Ernährung umgestellt. Dadurch sind alle seinen inneren und äußeren Prozesse in Gang gekommen… :)

    • Liebe Lydia,

      mir geht es genau so! Ich dachte schon ich wäre ein Einzelfall und habe es immer so bewundert, wenn beide Partner die gleichen Vorstellungen/Einstellungen haben und (Lebens)ziele verfolgen. Ich frage mich auch, ob sich daran was ändern lässt, vielleicht wenn man es richtig anstellt. Bisher ist es mir aber nicht so richtig geglückt ;-)

      LG

  2. Wie schön, dass Ihr Euren eigenen Weg gefunden habt. Für mich ist das keine Sache, die altersabhängig ist. Es gibt genügend Menschen jenseits der 50, die neu anfangen und ihrem Leben eine andere Richtung geben. Es ist nie zu spät. Dafür muss man nicht um die Welt reisen. Für den einen ist das genau das richtige, jemand anders lebt seinem Traum in Deutschland. Wichtig ist allein sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Je mehr Menschen das tun, desto bunter und lebendiger wird unsere Welt.

    • Lara

      Liebe Dagmar! Das sehen wir wie Du! Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Hemmschwelle bei älteren Menschen noch ein bisschen höher ist aber möglich ist es immer… Danke für Deinen Kommentar! Liebe Grüße, Lara

  3. Hallo Lara und Oli,

    das ist wieder mal ein wundervoller Artikel!
    Ihr seid so inspirierend mit diesem etwas anderem Lebensweg, das es uns auch dazu ermutigt hat unserer Inneren Stimme zu folgen!

    DANKE

    Alles liebe
    Olga

  4. Liebe Lara und Familie. Vielen Dank für diese inspirierenden Zeilen. Wir sind noch am Anfang mit unseren Plänen und Gedanken um neue Wege zu gehen. Da ist es fantastisch und hilfreich immer wieder so schöne Geschichten von euch zu lesen. Wir sind übrigens auch gerade auf Sardinien. 2 Monate gemeinsame Elternzeit mit den Kids. Die Kleine ist knapp 3 Monate älter als eure Katharina. Seid ihr zufällig im Süden der Insel. Herzliche Grüße. Wiebke und Familie

    • Lara

      Liebe Wiebke, wir waren am Ende im Norden unterwegs – mal was anderes nach acht Jahren im Süden ;) Ich hoffe, Ihr habt eine wunderschöne Zeit! Wir sind mittlerweile am Chiemsee und in drei Wochen geht es weiter nach Thailand. Alles Gute für Euch! Lara

  5. Hallo ihr lieben, wir sind aktuell mit unseren zwei Kindern auf kho phangan und noch bis Ende März unterwegs. Wann ist denn euer meet up? Vll schaffen wir es ja vorbei zu schauen

    • Lara

      Liebe Anne, Du kannst mich gerne direkt über unser Kontaktformular anschreiben. Wir sind ab 01.Dezember auf Koh Phangan! Wir haben auch eine MeetUp-Gruppe bei Facebook, in der Ihr Euch vernetzen könnt. Einige sind schon da. Alles Liebe und winterliche Grüße vom Chiemsee, Lara

  6. Sehr motivierend geschrieben, echt klasse. Ich wäre ja jetzt auch gerne in Thailand mit dabei, aber hat leider nicht geklappt diesmal. Na ja, das wird schon. Aber Ihr seit ein klasse Vorbild für mich, danke.

  7. Hallo Lara!
    Bei mir scheitern die Gedanken an eine Auszeit eigentlich immer an der finanziellen Situation. Wir haben auch Haus gebaut und Schulden gemacht und ich LIEBE unser Haus. Dennoch wäre eine Auszeit für einige Monate auch mal schön, aber wie finanziert man das wenn man nichts ansparen kann? Reisen kostet Geld – Flüge, Transport im Land, Wohnen, Verpflegung. Wie Geld verdienen “on tour”? Wie macht ihr das?
    herzliche Grüße,
    Ilsa

    • Lara

      Liebe Lisa,
      wir hätten unsere Reise nicht antreten können, wenn wir uns nicht von unserem Haus und allem was dazu gehört, getrennt hätten. Ich verstehe Deine Gedanken aber schlussendlich ist es eine Frage der Priorität. Wenn Ihr Euch wirklich auf den Weg machen wollt, dann schafft Ihr es auch. Durch den Puffer aus dem Hausverkauf konnten wir unser Online-Unternehmen aufbauen und Oli hat sich immer die Option offen gehalten, irgendwo auf der Welt eine einfache Arbeit anzunehmen, bevor gar nichts mehr geht. Zum Glück war das bisher nie nötig. Ich wünsche Euch alles Gute!

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